POL-HH: 160608-2. Tatverdächtiger nach sog. „Reifenstechertrick“ dem Haftrichter zugeführt

Hamburg (ots) – Tatzeit: 07.06.2016, 11:45 Uhr Tatort: Hamburg-Altstadt, Graskeller/Alter Wall

Beamte des Polizeikommissariates 14 haben einen mutmaßlich 41-jährigen Mexikaner wegen des Verdachts des versuchten Trickdiebstahls und des Fahrens ohne Fahrerlaubnis vorläufig festgenommen. Das Landeskriminalamt der Region Mitte I, LKA 116, hat die Ermittlungen übernommen.

Der Geschädigte (51) hob gestern in einer Bankfiliale im Graskeller mehrere Tausend Euro ab und bestieg anschließend im Alten Wall sein Fahrzeug. Hier wurde er von einer Frau nach dem Weg Richtung „Downtown“ gefragt. Diese Frau war dem Geschädigten bereits in der Bank aufgefallen, dort befand sie sich in männlicher Begleitung. Noch bevor er der Frau den Weg erklärte, bemerkte der 51-Jährige einen Mann, der sich zweimal zu seinem Hinterrad hinunterbeugte. Er beschrieb der Frau nun den Weg Richtung Innenstadt und fuhr davon. Dabei nahm er wahr, dass ihm ein brauner VW-Touran, der hinter ihm geparkt hatte, folgte. An einer roten Ampel teilte ihm ein anderer Autofahrer mit, dass vor der Bank sein Hinterreifen zerstochen worden sei.

Der Geschädigte wurde misstrauisch und verständigte über Notruf die Polizei und schlug gleichzeitig den Weg zum PK 14 ein. Als die Polizei ins Sichtfeld kam, wendete der Touran und flüchtete. In Absprache mit der Polizei fuhr der Geschädigte dem Fahrzeug hinterher und gab jeweilige Standortmeldungen ab. Die weitere Verfolgung nahmen wenig später mehrere Funkstreifenwagen des PK 14 auf. Der Touran flüchtete über den Johannes-Brahms-Platz bei Rotlicht in die Kaiser-Wilhelm-Straße, entgegengesetzt der Einbahnstraße durch den Bäckerbreitergang und Breiter Gang und geriet kurzfristig aus dem Sichtfeld der Beamten. Wenig später wurde das Fahrzeug im Rademachergang aufgefunden. Bis auf den Fahrer, einen 41-jährigen Mexikaner, waren die Insassen geflüchtet. Die Pässe von insgesamt drei Personen (einschließlich Fahrer) konnten jedoch im Fahrzeug aufgefunden werden. Hier stellten sie zudem vergleichbare Skalpell-Klingen sicher, die auch vor der Bankfiliale, am Parkplatz des geschädigten Fahrzeugs aufgefunden wurden. Der Tatverdächtige legte den Beamten eine Übersetzung eines angeblichen Internationalen Führerscheins vor; eine Nachfrage ergab, dass diese ohne weitere Prüfung im Internet bestellt werden kann. Eine Fahrerlaubnis konnte der 41-Jährige nicht vorlegen. Er wurde vorläufig festgenommen und dem PK 14 zugeführt. Das Fahrzeug sowie diverse Beweismittel wurden sichergestellt.

Die Kriminalbeamten des LKA boten dem Beschuldigten, dessen abschließende Identitätsfeststellung noch andauert, rechtliches Gehör an. Er wurde erkennungsdienstlich behandelt und einem Haftrichter zugeführt. Die Ermittler gehen davon aus, dass es sich bei dem Beschuldigten und seinen noch zu ermittelnden Komplizen um international tätige Trickdiebe handelt. Hierzu dauern die Ermittlungen an.

Die Beamten bitten den Autofahrer, der den Reifenstecher beobachtet und den Geschädigten an der Ampel angesprochen hat, sich mit der Verbindungsstelle des Landeskriminalamtes unter der Rufnummer 4286-56789 in Verbindung zu setzen.

Sy.

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